DICHTERKREIS JAGDLYRIK IM BJV

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JAHRBUCH 2019

 

"Voll Leidenschaft und alle Tage neu"

 

In Fortsetzung der beliebten Jahrbuch-Reihe veröffentlicht der Dichterkreis Jagdlyrik im BJV seine nunmehr siebte Ausgabe mit Lyrik und Prosa zu Jagd und Natur.

Geleitwort zum Jahrbuch 2019

Natürlich Poetisch

 

Wie nähert man sich der Jagd in einer Zeit, in der das Töten von Tieren nicht mehr gesellschaftskonform ist? Was braucht es, um zu verstehen, was einen Jäger wirklich ausmacht? Worin liegt das Geheimnis eines wahren Naturerlebens? – Für diese und andere Fragen bietet der Dichterkreis Jagdlyrik im BJV alljährlich Antworten an, die in Form eines Jagdlyrik-Jahrbuches erscheinen. In diesem Jahr ist es bereits die siebente Ausgabe: „Voll Leidenschaft und alle Tage neu“ lautet das Motto, mit dem einmal mehr nicht nur eine lese- und lyrikbegeisterte Jägerschaft angesprochen werden soll, sondern auch die Nichtjäger sich zu einer unterhaltsamen Pirsch durch den Blätterwald eingeladen fühlen dürfen.

 

Doch warum gerade mit Lyrik? Noch dazu Jagdlyrik? Vielleicht, weil es genau jenes Ausdrucksmittel ist, mit dem sich menschliche Stimmungen am besten darstellen lassen. Vielleicht, weil die subtile Sprachakrobatik, die ihr innewohnt, und die Fähigkeit, die Emotionen des Lesers unmittelbar anzusprechen, einfach hervorragend dafür  geeignet sind. Zusammen mit der Jägersprache, die mit ihrem  speziellen Wortschatz eine ganz eigene Strahl- und Aussagekraft hat, entstehen so kleine Meisterwerke, aus denen beispielsweise deutlich wird, wie viel Geduld ein Jäger manchmal braucht. Eine Tugend, die auch für den Leser hilfreich ist, denn Lyrik erschließt sich meist nicht ohne Zeit, nicht auf die Schnelle, nicht im Vorbeigehen – für das Lesen eines Gedichtes muss man innehalten, und schon ist man dem Jäger ein Stück näher.

 

Heute ist es wichtiger denn je, das Verständnis für die Jagd zu  fördern und sie mit ihrer Kultur genau dort zu verorten, wo sie  hingehört: in die Natur. Hinter den Scheuklappen medialer Reizüberflutung haben viele bereits den Bezug zur Normalität verloren oder sind auf dem besten Weg dorthin. Die Jäger selbst können dem  entgegenwirken, indem sie sich bewusst mit dem Für und Wider der Jagd auseinandersetzen und auch ein wenig Selbstkritik nicht scheuen. In der Wahrnehmung der unmittelbaren Umgebung und der eigenen Verortung darin liegt zudem der Schlüssel, um sich selbst nicht als eine Randfigur der Gesellschaft zu betrachten.

 

Mit Sprachwitz und Selbstironie, einem guten Gefühl für die Schönheit der Sprache sowie Sinn für feinfühlige Naturbeobachtungen rücken die Mitglieder des Dichterkreises der bisweilen auftretenden Selbstherrlichkeit des Jägers zu Leibe und der Unwissenheit des Nichtjägers auf den Pelz. Das „Kleine Glossar der in den Texten  vorkommenden Weidmannssprache“ bildet dazu eine wertvolle  Ergänzung, die zeigt, wie wichtig es den Beteiligten ist, eine zeitgemäße Jagdlyrik nicht nur zu praktizieren, sondern dieser darüber hinaus neuen Aufwind zu geben und dabei wie selbstverständlich auch die Nichtjäger mit ins Boot zu holen.

 

Einen ihrer Mitstreiter haben die Jagdlyrik-Enthusiasten in diesem Jahr leider verloren. Ich wünsche dem Dichterkreis, dass sich mehr als nur ein würdiger Nachfolger findet, der die Begeisterung für die Jagd und die Natur einerseits sowie das Poetische und den Blätterwald andererseits mit ihnen teilt. Für die Leser wird es hoffentlich noch viele weitere Jagdlyrik-Jahrbücher geben.

 

Claudia Mertsch, Redakteurin von „Die Jagd. Jahrbuch für Jagdkultur und Geschichte im ländlichen Raum“

 

 

JAHRBUCH 2018

 

 "Wem sprudelt der Becher des Lebens so reich?"

 

In Fortsetzung der beliebten Jahrbuch-Reihe veröffentlicht der Dichterkreis Jagdlyrik im BJV seine nunmehr sechste Ausgabe

mit Lyrik und Prosa zu Jagd und Natur.

Geleitwort zum Jahrbuch 2018

Lyrik – um Gottes Willen…

 

Lyrik war für mich immer etwas äußerst Abschreckendes, zumindest das, was man im Deutschunterricht damit verband – bis eines Tages Goethe daherkam und mir klar wurde, dass Lyrik viel mehr kann als einfache Prosatexte. Denn so kitschig einem ein durch die Romantik geprägter Osterspaziergang heute erscheint, so wenig das Werk zu Goethes Glanzlichtern gehört, so eindrucksvoll ist doch das Bild, was im Kopf des Zuhörers/Lesers entsteht. Was Goethe da auf etwa einer Seite auspackt, dafür braucht unser Baron v. Cramer-Klett ein halbes Kapitel. Trotzdem ist beides auf seine Weise fesselnd.

 

Die Beschäftigung mit Sprache, mit Kultur, zumal der deutschen Jagdkultur, zeigen, wie wichtig Lyrik einst war. Über rund 2000 Jahre war sie eine prägende Literaturgattung. Doch in den letzten 70 Jahren ist sie nahezu gänzlich verschwunden. Woran liegt das?

Zum einen unterstelle ich, dass der Zugang zu Sprache grundsätzlich ein anderer geworden ist. Man braucht heute einfach nicht mehr so viele Worte – das Internet bzw. einschlägige Programme zwingen zu einer Beschränkung auf 160 Zeichen (Twitter), SMS durften lange Zeit auch nicht länger sein, und wo früher eine Beschreibung nötig war, ist ein Foto oder gar Film heute allgegenwärtig. Wozu also noch Lyrik? Viel zu kompliziert für eine Welt, die gar nicht einfach genug sein kann. Oder doch nicht?

 

Das Schöne an Lyrik erkennt man erst auf den zweiten Blick: Musik geht ins Ohr, Gemaltes ins Auge – beides direkt ins Hirn; aber ein Gedicht ist trotz der gefälligen Form immer sperrig, zumindest solange es nicht vorgetragen wird. Doch wer kann heute noch zuhören? Selbst Liedtexte sind mitunter beliebig geworden, Hauptsache der Rhythmus passt. Lesekompetenz, auch ein Relikt aus dem letzten Jahrhundert, und Verstehen – ganz weit gefehlt. Aber ganz so schlimm ist es dann doch nicht, denn wo Menschen sich noch mit einem Kulturgut, als das zähle ich Lyrik, im Speziellen gerne auch Jagdlyrik, beschäftigen, ist es noch nicht zu spät.

Beschäftigung mit Sprache ist die wichtige Grundlage. Wer sie beherrscht, darf damit spielen. Dann, und das zeigen auch viele der Arbeiten aus diesem Buch, darf man mit den Buchstaben machen, was man will, es wird zu Kunst. Buchstaben sind die Farben oder Töne, aus denen das Bild Lyrik wird. Wenn es Naturfarben sind, kann es dabei auch schnell zur Jagdlyrik werden – ein Schuss muss dazu nicht fallen.

 

Die Künstler der Sprache sind begnadete Virtuosen. Man denke zum Beispiel an die jagdlichen Gedichte eines Prof. Wolfgang Remmele. Der Mediziner hat in den 90er und 2000er Jahren die gesamte Jagd und in Brüsseler Spitzen auch die Bürokratie aufs Korn genommen. In Gedichtform. Grandios ausgearbeitet bis ins Detail. Der Kosmos-Verlag hat mit „Der Sau auf den Fersen“ ebenfalls vor vielen Jahren eine unterhaltsame, wenn auch wirtschaftlich sicher nicht so sehr gefällige Version moderner Unterhaltungslyrik herausgebracht und mit dem Band „Was gleicht wohl auf Erden …“, aus dem der Kreis der Mitwirkenden dieses Buches hervorging, ist die letzte große Sammlung an wunderbarer jagdlicher Dichtung veröffentlicht worden. Nun also erscheint zum sechsten Mal ein Jahrbuch des Dichterkreises Jagdlyrik – möge es allen Widrigkeiten zum Trotz eine möglichst große Leserschaft finden.

 

Kurhessen im Hirschmond 2017, Heiko Schwartz, Julius-Neumann-Stiftung/Deutsche Jagdbibliothek

 

 

JAHRBUCH 2017

 

„Aus grünem Füllhorn“

 

Fortsetzung der beliebten Jahrbuch-Reihe und aus Anlaß seines fünfjährigen Bestehens veröffentlicht der Dichterkreis Jagdlyrik im BJV eine Jubiläumsausgabe 2017 mit Lyrik und Prosa zu Jagd und Natur.

 

Geleitwort zum Jahrbuch 2017

 

Der „Dichterkreis Jagdlyrik im BJV“, 2011 nach einem Jagdlyrik-Wettbewerb gegründet, legt mit seinem fünften Jahrbuch „2017“ eine Jubiläumsausgabe vor, deren Texte – vor allem, wenn sie laut gelesen werden, um Wortmelodie und Rhythmus zum Klingen zu bringen – in uns Bilder von faszinierender Natur und eindrucksvollen Jagderlebnissen entstehen lassen.

 

Die Jagdlyriker greifen dabei dankenswerterweise eine heute fast vergessene, rund 225 Jahre alte Tradition wieder auf. Denn in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden mit Friedrich Ernst Jester, Johann Matthäus Bechstein, George Franz Dietrich aus dem Winckell, Georg Ludwig Hartig, Carl Emil Diezel und Louis Ziegler nicht nur die Grundlagen der deutschen Jagdwissenschaft gelegt. Die Entdeckung eines neuen Naturgefühls, wie es – von Rousseau der Welt nahegebracht – in der Zeit der Aufklärung auf fruchtbaren Boden fiel, stand gleichzeitig Pate bei der Geburt des individuellen deutschen Jagdgedichts. Mit einem neuen Geist feierte auch ein neuer Stil seinen Einzug: Es war die Zeit der Almanache, der kleinen gesprächigen jagdlichen Taschenbücher, in denen man weniger dozierend oder autoritär, sondern mehr in leichtem Plauderton miteinander sprach – und dichtete. Unterhaltsam und lehrreich zugleich, doch in viel eindrucksvollerer Sprache als in den didaktischen Abhandlungen, wurden darin die Gefühle des Jägers bei der Jagd, sein Verhältnis zum Tier, seine Erlebnisse in der Natur, seine Ergriffenheit und seine ethischen Einstellungen thematisiert. Diesen bis dahin in der Germanistik unbeachtet gebliebenen Literaturtyp bezeichnete ich 1979 als „Fachpoesie“ – in Anlehnung an den geläufigen Begriff „Fachprosa“.

 

An der Spitze dieser Entwicklung standen der später zu hohen Ehren gekommene kurhessische Oberforstmeister Ludwig C. E.H.F. von Wildungen und der mit ihm befreundete waldeckische Regierungsrat Philipp Ludwig Bunsen. Sie gaben in ihren kleinen kalenderähnlichen Jahrbüchern dem so beinharten jagdlichen Fachschrifttum eine Leichtigkeit, eine Beschwingtheit, eine Note des Amüsanten, die bis dahin unbekannt war. Man schrieb sachlich, jedoch heiter; anspruchsvoll, aber nicht anmaßend; weder langatmig noch trocken, sondern unterhaltsam. Die hohe Zeit dieser jagdlichen Fachpoesie dauerte rund sechs Jahrzehnte, von 1790 bis 1850, und ist mit Namen wie Franz Graf von Waldersee, Johann Wilhelm Bornemann, Heinrich Laube, Carl Emil Diezel oder Franz von Kobell verbunden, um nur einige der bis heute bekannten zu nennen. Denn eigentlich dichtete jedermann – man drückte das, was man sagen wollte, nicht nur in Prosa, sondern oft auch in poetischer Form aus. Die deutschen Jagdjournale dieser Zeit enthalten eine Fülle von Gedichten, in denen die Leser angesprochen wurden und sich mit einander unterhielten, wie die zahlreichen poetischen Zwiegespräche belegen.

 

In der heutigen Zeit, die mehr und mehr durch „das Netz“ – die drei digitalen „w“s – gekennzeichnet ist, in der lebendige Kommunikation durch die „Unterhaltung mit dem Netz“ und soziales menschliches Miteinander durch „Social Media“ abgelöst werden, in der „virtuelle Realitäten“ mehr und mehr um sich greifen und die Sicht auf die „wirkliche Welt“, die Natur, die Mitmenschen, die Um- und Mitwelt versperren oder verzerren, erscheint es mir wichtiger denn je, uns an die drei humanen „w“s zu erinnern: Sie sollten die maßgeblichen Kennzeichen unseres Jagens heute sein, das weder Sport noch Hobby, sondern vornehmlich Verantwortung gegenüber den wildlebenden Tieren, gegenüber dem Lebensraum der Tiere und gegenüber der Gesellschaft ist – eine Passion und Verantwortung, die uns mit Freude erfüllt. Diese drei humanen „w“s: „wahrnehmen mit allen Sinnen“ – „wertschätzen“ – „weitergeben“ sind die gemeinsame Basis des verantwortungsbewussten Jagens wie des Schreibens und auch des Lesens von Poesie: Nur wer bereit ist, in voller Konzentration mit allen Sinnen wahrzunehmen, was um ihn herum und in ihm vorgeht, wer gelernt hat, dies alles als kostbare Geschenke und Angebote wertzuschätzen, und wer willens ist, dieses sein Wissen und Fühlen weiterzugeben, kann letztlich verantwortungsvolles Jagen und erfolgreiches Schreiben und Lesen von jagd- und naturbezogenen poetischen Texten praktizieren, kann die „menschliche Seele“ beim Jagen wie beim Schreiben und Lesen erfassen.

 

Deswegen ist Jagdpoesie so wichtig in unserer heutigen Zeit, bildet sie doch ein großartiges Gegengewicht zu einer immer hektischer und beliebiger werdenden Welt, voll virtueller Künstlichkeit und leider auch voll wachsender Inhumanität. So ist zu wünschen, dass die unter dem ambitionierten Titel „Grünes Füllhorn“ stehende Jubiläumsausgabe verdientermaßen eine weite Verbreitung in allen Bevölkerungskreisen erfährt, auch über die Jägerschaft hinaus.

 

Dr. phil. Dr. forest. habil. Sigrid Schwenk, vorm. Leiterin des Forschungszentrums für Jagdkultur am Wissenschaftszentrum Weihenstephan der TU München

 

 

JAHRBUCH 2016

 

Das ist des Jägers Ehrenschild...

 

Das vierte Jahrbuch des Dichterkreis Jagdlyrik im BJV, versehen mit einem Geleitwort vom Vorsitzenden des Forum lebendige Jagdkultur und Buchautor Dieter Stahmann, ist nun erschienen. Der Wildtiermaler Klaus-Peter Reif gab dieser Ausgabe 2016 mit 11 wunderschönen Zeichnungen einen passenden Rahmen.

 

Geleitwort zum Jahrbuch 2016

 

Wozu Dichter in dürftiger Zeit?

In einer Zeit, in der die Jagd von offizieller Seite als „jagdliche Nutzung natürlicher Ressourcen“ oder einfach als „Waldschutzjagd“ verstanden und entsprechend reguliert wird, bringt der Dichterkreis Jagdlyrik im BJV bereits sein viertes Jahrbuch mit Gedichten und kleinen Prosastücken seiner Mitglieder heraus. Vor mehr als zweihundert Jahren hat Friedrich Hölderlin in seinem großen Gedicht „Brod und Wein“ die Frage gestellt: Wozu Dichter in dürftiger Zeit?

 

Hölderlin beklagt den Verlust der Ideale und der Kunst des klassischen Griechenlands, und wir haben in Deutschland auch guten Grund, mit Bedauern auf bessere Zeiten der Jagdkultur zurückzublicken. Ludwig Thoma, Hermann Löns oder Friedrich von Gagern und all die vielen anderen Jagddichter lebten in einer anderen Welt, aber sie schufen die geistige Grundlage für unsere Jagdkultur, so wie einst das klassische Griechenland zur Grundlage der abendländischen Kultur wurde. Es gibt kein Land der Erde, in dem die Jagd so sehr von Dichtern und Künstlern als Thema ihres Schaffens gesehen wurde, und in dem sie durch ihre Wirkung die Form der Jagd so deutlich beeinflusst haben.

 

Für viele Dichter und Künstler ist auch heute noch die Jagd das Medium des Erlebens, wie es in dem Buch des Dichterkreises zum Ausdruck kommt. Es muss nicht immer die sturmumtoste Brunftnacht oder der Winteransitz in klirrender Kälte sein, es gibt auch fröhliche Stunden und Begegnungen, die es lohnen, in Wort oder Bild festgehalten zu werden. Jagdliches Erleben – das ist für die Dichter und Künstler geistiger Gewinn, Erhebung, Erkenntnis, Stimmung, Sammlung, Befreiung, Einsamkeit, wie es Friedrich von Gagern treffend beschrieben hat (Grüne Chronik). Diese Sicht der Jagd für sich festzuhalten und vor allem sie auch anderen Jägern zu vermitteln, ist für den Dichter höherer Gewinn und dankbare Aufgabe zugleich.

 

Unsere Zeit ist auf Grund ihres Materialismus und der ständigen Erlebnisberieselung durch die Medien kaum noch in der Lage, ihren Menschen und damit auch den Jägern innerlich wie äußerlich ein stimmungsvolles Jagderlebnis zu ermöglichen. Damit ist eine Verarmung unserer Jagd eingetreten, so dass man durchaus von einer „dürftigen Zeit“ sprechen kann. Es ist deshalb sehr erfreulich, dass die Mitglieder des Dichterkreis Jagdlyrik im BJV den Mut haben, ihre Jagderlebnisse zu „verdichten“ und der Öffentlichkeit zu präsentieren. Jedes Wort im Gedichtbüchlein und jeder Strich auf dem Zeichenblock tragen dazu bei, der negativen Tendenz entgegen zu arbeiten und unsere Jagdkultur zu erhalten. Ich wünsche dem Buch eine weite Verbreitung, viele Leser und vor allem den Erfolg, dass der Jäger wieder sehen lernt und sich seiner großen Erlebnismöglichkeiten bewusst wird.

 

Dieter Stahmann, im Erntemond 2015

 

 

JAHRBUCH 2015

 

Tag und Nacht auf Jägers Pfaden

 

Die Mitglieder des Dichterkreis Jagdlyrik im BJV haben auf 80 Seiten ausgewählte Lyrik und Prosa zu Jagd und Natur "aus eigener Feder" zusammengetragen Die Illustrationen von René G. Phillips (jagdimpression.de) und Hans H. Milles (hm-jagdkunst.de) unterstützen die textlichen Ausführungen.

 

Geleitwort zum Jahrbuch 2015

 

Mit der Anthologie „Tag und Nacht auf Jägers Pfaden“ legt der Dichterkreis Jagdlyrik im Bayerischen Jagdverband sein bereits drittes Jahrbuch vor und legt damit zugleich Zeugnis ab von der großen Leidenschaft seiner Mitglieder nicht nur zu jagen, sondern auch auf der Jagd Erlebtes und Gefühltes nicht nur mit den Augen, sondern auch mit dem Herzen zu sehen.

Die Technik ermöglicht es uns heute das, was wir auf der Pirsch erleben, sehen oder erbeuten mit dem Handy als Bild oder Film festzuhalten und sofort per e-mail an alle zu versenden, die sich dafür interessieren könnten. Aber reicht das aus um seiner Freude, seinem Glück, das man erfährt, Ausdruck zu verleihen? Ich bekomme leider nur noch Fotos von meinen Jagdfreunden kommentarlos zugemailt, habe ich unlängst einen alten Jäger klagen hören, früher haben sie mir bei einem guten Glas Wein von ihren Erlebnissen voller Begeisterung erzählt. Schade!

 

Es ist nicht jedem vergönnt, die belebte Natur im Wechsel der Jahreszeiten so intensiv mit allen Sinnen zu erleben wie der Jäger, der im Laufe seines Lebens für die Veränderungen und Vorgänge in der Natur allmählich eine ganz besondere Sensibilität entwickelt, die ihn schließlich dazu befähigt sich mit ihr auch geistig auseinanderzusetzen. Dies kann auf vielfältige Weise geschehen. Wie könnte man seiner großen Bewunderung der Schöpfung und insbesondere der freilebenden Tierwelt besser und glaubhafter Ausdruck verleihen als durch die bildende Kunst, die Musik und die Literatur? Die Jagdkunst, die Jagdmusik und die Jagdliteratur haben über viele Epochen einen sehr hohen Stellenwert genossen. Die Jagd hat sich grundlegend gewandelt und mit ihr auch die Bedeutung des jagdkulturellen Erbes. Kunstschaffende, Schriftsteller und Poeten haben heute mehr denn je den Auftrag die waidgerechte Jagd neben ihrer unabdingbaren Notwendigkeit für die Regulierung der Wildbestände auch als eine geistige Auseinandersetzung mit der Natur und allen in ihr frei lebenden Geschöpfen den Mitmenschen deutlich zu machen.

 

Dem Dichterkreis Jagdlyrik sei von Herzen gedankt, dass er mit seiner Kunst die große Poesie der Jagd wieder aufleben lässt und so Jägerinnen und Jägern ein noch intensiveres Jagderleben ermöglicht und den nicht jagenden Mitmenschen zeigt, was uns Jäger in unserem Innersten bewegt.

 

Dr. Jörg Mangold, Hof Blumental in der Hirschbrunft 2014

 

 

JAHRBUCH 2014

 

Geschenke der Jagd

 

Zehn Mitglieder des Dichterkreis Jagdlyrik im BJV haben auf 60 Seiten ausgewählte Jagd- und Naturlyrik "aus eigener Feder" zusammengetragen. Das Jahrbuch ist mit Zeichnungen des Sprechers Hans H. Milles stimmungsvoll illustriert.

 

Geleitwort zum Jahrbuch 2014

 

Oft ist behauptet worden, daß der Dichter die Ordnung in der Welt nicht nur besser erkennt als seine Mitmenschen, sondern daß er als einziger in einer enthumanisierten und mechanisierten Welt an Grundwerte der Menschheit erinnert. Dichtende Jäger sind in dieser Hinsicht doppelt begabt. Während der Dichter Verborgenes sichtbar macht, macht der Jäger auf Sichtbares gezielt aufmerksam.

 

Jedes Gedicht in diesem Buch bereitet Vergnügen und leistet einen Beitrag zur Wertschätzung der Jagderlebnisse. Neben rhythmisch metaphernreichen Versen zur Jagderfahrung als Naturerlebnis, findet der Leser hier auch humoristische Einfälle und sogar philosophische Reflexionen über den Lebenssinn. Ihre allgemeine Wirkung trägt die Leser über unangenehme Belange der Jagd wie Wetterunbilden und Misserfolg hinweg und macht den Blick für Schönheiten der Natur frei. Somit sind Jagd und Büchse nicht Hauptgegenstand der Sammlung, sondern Waldbewohner und -bestände. Die dichtenden Jäger schildern diese sehr einfühlsam. Das „Beiläufige“ der Jägerei wird somit zum eigentlichen Thema der lyrischen Beigaben. Fast die Gesamtpalette der Jagd- und Naturstimmung findet sich in den Gedichten wieder. Damit gelingt den Autoren die Sensibilisierung für Schönheiten der Jagd- und Naturerfahrung.

 

Wegen seiner Zweideutigkeit ist der Titel „Geschenke der Jagd“ klug gewählt. Zum einen deutet er auf den eigentlichen Sinn des Jagdganges: Beutemachen. Zum anderen ist der gelungene Schuss oft nicht das bleibende Ergebnis der Jagd. Geht man ohne Beute mit leeren Händen aus? Keineswegs! Es sind die kleinen Freuden der stillen Einsamkeit, die bleibenden Wert haben, weil sie auf eine noch heile Welt verweisen.

 

Die lyrischen Momentaufnahmen verewigen flüchtig genossene Augenblicke und zeugen vom Einklang des jagenden Dichters mit der Natur. Überhaupt ist das Gedicht, das den Buchtitel stiftet, „Geschenke der Jagd“, richtungsweisend für die Stimmungswelt der ganzen Lyriksammlung. Der Poet beklagt hierin die Unachtsamkeit des gestressten Jägers, unempfindlich für die Gabe Dianas. Der dichtende Jäger hingegen kehrt in sich, greift zur Feder und wird zum grünen Poeten, der zufällige Erfahrungen als wertvolle Geschenke der Jagd rühmt. Damit fühlen sich die Autoren in dieser Lyriksammlung fürwahr noch dem Wahren auf der Spur. Wer diese Gefühle nachvollziehen kann, ist zugleich Natur- und Jagdfreund.

 

Eine breite Aufnahme ist dieser schönen Gedichte-Sammlung zu wünschen, denn es bietet allen Freunden der Natur angenehme Erholungsmomente. „Geschenke der Jagd“ verdient einen prominenten Platz im Bücherregal aller Naturfreunde, nicht nur der Jagdfreunde.

 

Prof. Dr. John A. McCarthy, Professor Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaften, Vanderbilt University, Nashville, USA

 

 

JAHRBUCH 2012

 

Nicht allein der Beute wegen...

 

Zehn Mitglieder des Dichterkreis Jagdlyrik im BJV haben auf 48 Seiten ausgewählte Jagd- und Naturlyrik "aus eigener Feder" zusammengetragen. Das Jahrbuch ist mit Zeichnungen des Sprechers Hans H. Milles stimmungsvoll illustriert.

 

Geleitwort zum Jahrbuch 2012

 

»Die Kunst ist eine Vermittlerin des Unaussprechlichen« – dies Goethe-Wort trifft auch die Jagdlyrik. Wie könnte ein nüchterner Tatsachenbericht, wie eine wissenschaftliche Analyse das Wesen unserer Jagd beschreiben? Soll das Wunderbare unserer Jagd zum Ausdruck kommen, müssen andere Mittler ans Werk: Der Klang unserer Jagdhörner etwa, ein jagdlich inspiriertes Gemälde oder ein Gedicht.

 

Das Jahrbuch des Dichterkreises Jagdlyrik im Bayerischen Jagdverband ist mit seiner ausgewählten Jagd- und Naturlyrik ein wahres Füllhorn an jagdlichem Erleben. Stimmungsvoll illustriert vom Sprecher des Dichterkreises, Herrn Hans H. Milles, vermittelt es sowohl die tiefe Verwurzelung der Jagd in unserer Heimat als auch den besonderen Zauber, der von Wild, Jagd und Waidmannsfreuden ausgeht. Als Sammlung zeitgenössischer Jagdlyrik spiegelt der Band die Lebendigkeit unserer Jagdkultur und die mitreißende Aufbruchsstimmung im Dichterkreis Jagdlyrik wider.

 

Ich bin mir sicher, dass die hier zusammengetragenen Gedichte zahlreiche Kunstsinnige ansprechen. Ob Jäger oder Nichtjäger – diese Gedichtsammlung ist allemal eine lohnenswerte Beute, auch wenn das Motto auf Höheres verweist: »Nicht allein der Beute wegen …« Allen Mitwirkenden – von Niedersachsen bis zur Schweiz – gebührt besonderer Dank! Ihre wohl gesetzten Worte helfen das zu bewahren, was uns gemeinsam am Herzen liegt: unsere waidgerechte Jagd.

 

Prof. Dr. Jürgen Vocke, MdL a. D., Präsident des Bayerischen Jagdverbandes